Wie nett bist du wirklich?

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Anspannung

Here you can find the English version of the essay!

Aus meiner Sicht trägt die individuelle Person nichts zum Fortschreiten einer modernen Zivilisation bei. Nur Gruppen, die die Hand nach dem selben Ziel ausstrecken, können einen substantiellen Unterschied bewirken, der auf der riesigen Tanzfläche der Erde sichtbar sein kann. Allerdings ist der Einzelne, unter normalen Umständen, Teil einer Gruppe, die wiederum Teil einer größeren Gruppe ist, die dann mehr Einfluss auf das größere Bild der Welt haben.

Damit der einzelne Einfluss auf seine Nächsten nehmen kann, bedarf es bestimmter Eigenschaften, wie zum Beispiel Vertrauen in Andere, Verlässlichkeit oder Ehrlichkeit. Die Wahrnehmung dieser Eigenschaften basiert auf den Informationen die der Einzelne preisgibt – gesprochen oder über die Körpersprache. Was geschieht nun wenn man die Tugenden ganz oder zum Teil untergräbt? Der Einzelne, der Informationen über sich zurückhält oder versucht etwas zu verheimlichen, tut dies mit der Annahme sich oder der Gruppe dadurch einen Vorteil zu verschaffen, ohne dabei eventuelle Nachteile in Erwägung zu ziehen.

Ab jetzt werde ich dieses Verhalten, Informationen zurückzuhalten, als “nett sein” bezeichnen. Mir ist bewusst, dass das nicht das komplette Spektrum der Bedeutung des Wortes “nett” abdeckt. Was ich genau mit “nett” meine, ist, zuvorkommend zu sein, es anderen recht zu machen, ohne auf die eigene Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen und sich selbst zurückzunehmen.

Eigene Bedürfnisse zurückzustellen, um anderen den Vortritt zu lassen, anderen ihren Willen zu lassen, es anderen recht zu machen, soll das Leben vereinfachen indem man Konflikten und unangenehmen Situationen aus dem Weg geht. Dabei soll der “Frieden” bewahrt werden indem eigene Wünsche nicht angesprochen werden. Dies kann zu einem falschen Selbstbild führen und sich in Gleichgültigkeit ausdrücken, was als Desinteresse interpretiert werden kann und verschließt Möglichkeiten andere Menschen auf einer tieferen Ebene kennenzulernen.

Ich bin der Meinung, dass oftmals genau das Gegenteil der Fall ist. Das Zurückhalten von Informationen und Gefühlen führt zu Missverständnissen, Unmut und zur verpassten Chancen andere Menschen und sich selbst, besser kennenzulernen.

Probleme und Konflikte

Im Alltag kann sich schnell eine Mentalität einstellen, Kleinigkeiten, die einen Stören, nicht anzusprechen. Es sind meist keine lebensbedrohlichen Dinge, sondern eher Dinge wegen der sich vermeintlich nicht lohnt einen “Aufschrei” zu machen. Es mag eine Kleinigkeit wie nicht abgeräumtes Geschirr sein. Es kann aber auch etwas Weitgreifendes sein, wie die Verplanung der eigenen Zeit mit anderen, opfern der eigenen Freizeit, obwohl man manchmal vielleicht doch lieber alleine sein möchte.

Es gibt mit Sicherheit verschiedenste Gründe, warum man diese Ungereimtheiten für sich behält. Es mag sein, dass man die andere Person nicht kränken will, oder vielleicht hat man das Gefühl, dass die andere Person nicht gut mit der Situation umgehen kann.

Andererseits offenbart diese Art von Zurückhaltung einiges über sich selbst – Ängste die man hegt, Antriebslosigkeit, eine potenziell falsche Einschätzung des Gegenüber könnten hierfür die Ursache sein.

Es gibt drei Möglichkeiten mit der Situation umzugehen. Erstens, man passt sich selbst an und lernt die Dinge anders zu handhaben, wie man es gewohnt ist. Dies bedarf ein großes Stück Selbstreflektion und Anpassungsfähigkeit. Das heißt, man muss vor allem erkennen, dass man sich verstellt und mit sich selbst vereinbart, wie weit man gewillt ist, sich zu verändern.

Zweitens, man lebt damit sich konstant anzupassen / zurückzunehmen, bewusst oder unbewusst, ohne die eigenen Bedürfnisse zu reflektieren. Durch das Hinnehmen bleibt eine Anpassung an die gegebenen Umstände aus. Dies kann zwangsläufig nur zu einer unterschwelligen Unzufriedenheit führen, die sich anstaut, bis der Knoten irgendwann platzt. Oft geschieht dies schleichend und kann sich auf unterschiedlichste Weise ausprägen, in unterschwelligen negativen Bemerkungen / Verhalten gegenüber anderen, eine Unzufriedenheit gegenüber der anderen Person oder auch eine Unzufriedenheit mit sich selbst. Menschen streben danach Probleme zu lösen, nicht gelöste Probleme verursachen somit unnötigen Stress, der oft vermieden werden könnte.

Aber es gibt noch einen dritten Weg, der für mich auf lange Sicht der einzig fruchtbare Weg ist, wenn es auch Überwindung bedarf sich selbst zu offenbaren. Man muss dem anderen zeigen wer man wirklich ist und was die eigenen Bedürfnisse sind um dadurch miteinander zu wachsen.

 

Entscheidungen

Wenn eine gemeinsame Entscheidung getroffen werden soll, die möglichst allen gefällt, hilft die Zurückhaltung von einzelnen nicht bei der Ideenfindung. Im Gegenteil, wenn man es der entscheidungsfreudigen Person überlässt, bringt man diese in eine gezwungene Position die “richtige” Entscheidung für alle treffen zu müssen, was kaum möglich ist, ohne eine egoistische Entscheidung zu treffen. Es ist nicht möglich immer die beste Lösung für alle Beteiligten zu finden. Nichtsdestotrotz lohnt es sich dies dennoch zu versuchen.

Nehmen wir als Beispiel die Situation bei der sich eine Gruppe von drei Personen für ein Restaurant entscheiden will. Die Gruppe besteht aus zwei “netten” Leuten und einer Person die entscheidungsfreudig ist und dabei gerne die Bedürfnisse aller berücksichtigen möchte. Es stehen der Einfachheit halber zwei Restaurants zur Auswahl. Das eine wird von zweite Person bevorzugt und das andere von der dritten. Wenn sich nun die beiden netten Personen zurücknehmen und sagen, dass es ihnen egal sei, ist nun die entscheidungsfreudige Person in der Position eine Wahl für alle zu treffen. Diese Entscheidung mag egoistisch sein, oder es wird ein Versuch unternommen eine Wahl zu treffen, aufgrund der Kenntnis der anderen, die es der Mehrheit recht macht. Ich tippe auf die egoistische Variante, da es kaum möglich ist die anderen Personen und derer Präferenzen vollständig zu kennen. Dadurch stößt er / sie auf jeden Fall mindestens einer Person vor den Kopf, eventuell sogar sich selbst. Dies bringt nicht nur die entscheidende Person in eine unangenehme Situation, die sie nur verlieren kann, sondern führt auch noch dazu, dass die Entscheidungsfindung verzögert wird.

So getroffene Entscheidungen führen, über kurz oder lang, zu Unmut. Oft empfindet die nette Person ihr zurückhaltendes Verhalten als entgegenkommend. Allerdings weiß nur die Person, dass sie sich zurückgenommen hat, andere nicht. Dies führt dazu, dass man sich selbst, zumindest im Moment, besser fühlt, da man ja dem anderen etwas vermeintlich Gutes getan hat. Dies führt aber bei Überstrapazierung der eigenen Geduld genau zum Gegenteil, da die eigenen Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Dieses “Nett-sein” basiert auf der Annahme, dass die anderen Person etwas nicht mag oder gern anders hätte als man es selbst gern hätte.

Manchmal muss man Menschen (vermeintlich) vor den Kopf stoßen um zu erfahren, dass man ähnliche Bedürfnisse hat. Konfrontiere jemanden und du wirst merken, dass du der Person gar nicht vor den Kopf gestoßen hast, weil die eigenen Annahmen nicht korrekt waren und der andere anders über eine gewisse Thematik denkt. Wer kann sich schon zu 100 Prozent in eine andere Person hineinversetzen? Dies kann man nur annäherungsweise lernen, und auch nur wenn sich jeder selbst offenbart.

Wenn jeder seine Präferenz ausgedrückt hat, kann man sich immer noch zugunsten der Mehrheit zurücknehmen. Dabei gewinnen alle Beteiligten, da keiner der alleinige Entscheidungsträger sein muss und alle Interessen bedacht werden.

 

Interesse an anderen

Es macht einfach nur glücklich Interesse an Anderen zu zeigen. Egal wie marginal, öffnet es sonst verschlossene Türen. Geht man davon aus, dass man einander nichts von Interesse zu erzählen hat, vergibt man direkt die Chance festzustellen, ob dem so ist oder ob man einen tollen Menschen vor sich hat. Der erste Eindruck trügt oft. Aber Personen, die man schon länger, eventuell Ewigkeiten kennt offenbaren auf Nachfrage mit Sicherheit Neues, das man vorher so noch nicht gewusst hat. Eine Frage ist immer auch eine Offenbarung des eigenen Selbst – wer man ist und was die eigenen Interessen sind. Nicht zu fragen bedeutet in vielen Situationen somit, etwas von sich selbst zurückzuhalten. Dies hat unterschiedlichste Gründe: Man hat Angst, dass man selbst langweilig ist, oder man will nicht, dass die anderen schlecht über einen urteilen. Dies beruht auf der Annahme, dass man selbst denkt, dass die anderen etwas Besseres sind. Vielleicht ist man aber auch einfach zu faul zu reden.

Meiner Erfahrung nach führt Interesse an Anderen direkt zu Interesse an einem Selbst. So findet man die freundlichsten und offensten Menschen überhaupt. Ich habe mir schon des öfteren Gedanken darüber gemacht, warum andere keine Fragen über mich stellen. Ich vermute, dass dahinter die gleichen Ängste vor der Selbstoffenbarung stecken, wie bei einem persönlich. Einer muss eben den ersten Schritt machen und fragen.

EntspannungGemeinsam

Durch Reden, und somit die Offenbarung eines Selbst, geht man in die Richtung einer Welt, in der sich Menschen besser verstehen und Missverständnisse eine Seltenheit sind. Indem jeder die Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse übernimmt ist es möglich auf einer tieferen Ebene miteinander zu wachsen und so besser auf die eigenen und die Bedürfnisse Anderer einzugehen.

Ich sage nicht, dass man es sich selbst unter allen Umständen recht machen soll. Ich schlage eher vor gemeinsam eine Lösung zu finden, die alle zufriedenstellt, dabei Anteilnahme an den Problemen anderer zu üben und nicht nur seine eigenen Problem ins Rampenlicht zu stellen. Denn du bist meistens gar nicht so nett wie du denkst!

Stimmt ihr mir zu, seht ihr manche Aspekte anders oder denkt ihr ich liege mit meiner Annahme vollkommen falsch?

 

It´s good to fall

My birth has been problematic. During the last hours in my mother’s womb, I suffered from a brain stroke that interested the left part of my brain.
The majority of babies cry their ways into life. I was still, my head was black from the brain hemorrhage.
But I was alive.

Because of the brain damage, for the first years of my life, my motorial skills were impeded, particularly the right side of my body. I started walking later than most kids, I underwent electro-stimulation, I wore Frankenstein’s like orthopedic shoes. I wasn´t good in sports that required reflex and limbs-eye co-ordination.

„But, oh men! I was alive. And Life taught me and I learned. “

I learned to communicate. I learned to walk. I learned to love. I learned the culture. I learned to suffer. I learned friendship. I learned to work. I learned ethics. I learned to smile.

These are among Life´s most precious, also the most basic lessons. But they take years to unravel. I did not learn them conceptually. I learned through experiencing, and “post-mortem” introspective, rational analysis.

You cannot read a „how to walk book “, you learn by trying to stand and walking. You cannot avoid to fall and I kept falling a lot. But, when you are a kid and you are three years old, you don´t know you are supposed to be walking already. You don´t know it´s not normal to find it so difficult to coordinate your leg or your arm. You don´t know your limits. Yet, paradoxically, you accept them. You are aware of them, you instinctively put more work in to overcome your own limitations. Regardless, of where your limits are compared to other people´s talents. You keep moving forward, you try you fall, you try again, you fall again. Eventually, you learn. Eventually, you improve. You do not blame yourself for falling when you first try to stand, you do not judge yourself a loser.
The message I want to share, the message I want to put out and to remind myself, is that you learn whether you like it or not, whether you want it or not. But you have to accept failure as a part of it.

Life is a good teacher and has many lessons to teach. Sometimes, you can pick your lessons. Sometimes you can choose where to focus. It´s a school, and it´s not a standard school. You cannot drop out of it.
You might repeat kindergarten many years over. You might be an expert at repeating this kindergarten year. You might feel comfortable and strong. You feel right. But you repeat the same year fifty times. Or you can hope to graduate, you can hope to improve, you can hope to learn as many lessons as possible.
Failing is part of learning. If you are not failing, then you are not learning. Failing means that you have step-up to a whole new level. To fail means you are learning something new.

Every baby could be a master of “sitting”, but every baby keeps trying and failing. Keeps trying and falling, until finally they learn to stand, they learn to walk, they learn to run.

Do not be too hard on yourself for failing, be hard on yourself when you stop trying.

Why?

The Internet it so vast place, but at the same time accessible to many/most people on this planet.

Writing helps me to focus my thoughts. Writing publicly on the Internet is supposed to focus these thoughts in a way that others, that can’t look into my own thoughts, can understand them, because I want to make myself better understood. The Internet is not only a place to file my inner world for later access, but for others to share their thoughts, on what I have compiled in written language. This is supposed to help me to understand my world, as I perceive it, better, and hopefully helps the readers and commenters to understand their own world better.

Meaning

Meaning gives strength. From meaning comes resilience. Meaning motivates to act. You must find meaning in your life. You must find meaning in your work. You must find meaning in your relationships. Meaning is everything. Countless leaders, sport champions, acclaimed scientists have told us so.

But, I am ordinary. And, I live a meaningless life…

I live a meaningless life…
The thought has crashed my spirit countless times. I am unsure, how I can reconcile the messages that society passes on about meaning with my state of being.

I live a meaningless life…
But, I have strength. I am resilient. I take action. I enjoy my work. I love. Yet, I feel it´s undeserved, because since my life is meaningless, I am not supposed to feel so good about it. I am supposed to look for more… Right?

I know… It´s bullshit, but it´s real. I really feel this way.

You can be perfectly happy and yet feel it is underserved. Yet, feel you should be supposed to do more… yet feel you should find meaning.

Why?

Because I want to leave records, because through these records I will learn to know my inner self. I leave these records to future me, my wife, my children, my friends.

Because, I fear the ordinary. I fear being average. I fear mediocrity. Yet, my inner struggles are ordinary. My inner struggles are symptomatic of being a person. May be symptomatic of being a young European approaching is thirties in the year 2017, maybe others share them. Because, I will never escape being ordinary. Because, I will never escape being mediocre (at least at some level). I write publicly, so that through public writing, I may overcome these fears. I may accept my situation. I may feel more comfortable in my own skin and feel less isolated.